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SelbstmordMünchen. Vier Monate sind seit dem Amoklauf in Erfurt vergangen. Der damals als "Held von Erfurt" gefeierte Lehrer Rainer Heise zeigt sich in einem Interview tief verletzt und hegte sogar Gedanken an Selbstmord. Rainer Heise ist tief verletzt vom Verhalten der Polizei, von Innenminister Otto Schily und den Medien. Der 61-Jährige, der den Todesschützen Robert Steinhäuser stoppte, sagte in einem "Focus"-Interview: "Das Trauma für mich ist, dass mich die Polizei mit ihren Vermutungen, ich könnte Mitwisser oder sogar Mittäter sein, hilflos zurückgelassen hat." Bei den Vernehmungen sei er in Panik geraten und kurz davor gewesen, sich das Leben zu nehmen, sagte Heise. Steinhäuser hatte 16 Menschen erschossen: zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten. Der Kunst- und Geschichtslehrer hatte den 19-jährigen früheren Schüler in ein Zimmer des Gymnasiums eingeschlossen; darin brachte sich der Amokschütze dann um. Heise wurde zunächst als "Held von Erfurt" gefeiert, später jedoch offen angefeindet. "Was mir entgegengebracht wurde an Schmähungen, Demütigungen und Drohungen, hat mich tief verletzt", sagte er. Doch habe er auch andere Erfahrungen gemacht. So seien 2.000 Briefe aus aller Welt bei ihm eingegangen von Menschen, die ihm Mut gemacht hätten. "Es waren auch Liebeserklärungen und Heiratsanträge dabei", sagte Heise. Der Lehrer kritisierte die Presse, die ihn "Held von Erfurt" nannte. "Die Wirkung der Schlagzeile war für mich verheerend. Innenminister Otto Schily wollte mir das Bundesverdienstkreuz verleihen und hat dann auf Grund von Medienberichten zurückgezogen. So etwas Schäbiges habe ich noch nie erlebt." Heise warf Schily und dem Erfurter Polizeichef Rainer Grube vor, mit ihren Zweifeln an seiner Glaubwürdigkeit ihn diskreditiert und damit die Stimmung gegen ihn angeheizt zu haben. "Bis heute hat sich niemand bei mir entschuldigt." Nordwestmecklenburg. Der Vorfall hat sich bereits am vergangenen Wochenende ereignet, er wurde von der Polizei jedoch geheimgehalten, dennoch brodelte die Gerüchteküche. Zeugen, die den jungen Mann, der aus Paetrow kommen soll, kannten, fanden ihn in seinem Fahrzeug nach Gottmannsförde in Richtung Cramonshagen. Er saß tot in seinem Fahrzeug. Nach den vorliegenden Informationen hat sich der junge Mann selbst in den Kopf geschossen, vermutlich aus Liebeskummer. Die Waffe, zu der die Polizei keine weiteren Angaben machte, soll illegal im Besitz des Mannes gewesen sein. Für Verwirrungen sorgte der Umstand, dass die Polizei die Tatwaffe vor Ort nicht fand. Allerdings stieß die Polizei im Auto auf eine Patronenhülse. Die Tatwaffe hatte einer der Zeugen mitgenommen, um den 21-Jährigen zu schützen. Der hatte mit seinem Fahrzeug zuvor auch noch einen Unfall im Bereich einer Baustelle verursacht, so dass die Zeugen annahmen, die Verletzungen rührten vom Unfall her. Erst im Zuge der Ermittlungen konnte die wahre Ursache festgestellt werden. Nach von der Polizei bestätigen Informationen soll der Mann seine Tatabsicht im Vorhinein auch angekündigt haben. Dem Vorfall soll ein Streit mit seiner Freundin vorausgegangen sein. Gerrit Schwarz, Chef der Schweriner Staatsanwaltschaft, bestätigte den Vorfall und erklärte zugleich die öffentliche Zurückhaltung der Polizei. Bei Selbsttötungen gäbe man eigentlich überhaupt keine Auskunft. Doch die Umstände des Falles hatten nicht zuletzt durch die zahlreichen beteiligten Zeugen zu einer regelrechten Gerüchteküche geführt, in der immer wieder von Mord die Rede war. So hat die Polizei kategorisch ausgeschlossen, dass bei dem Tod Fremdverschulden vorläge. Die Hinweise seien sehr eindeutig und würden in allen Belangen den Selbstmord bestätigen, erklärte die ermittelnde Kriminalpolizeiinspektion.
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